Warum Bildpostkarten sammeln?

Briefmarken sind ein Spiegel ihrer Zeit. Sie vermitteln den Zeitgeschmack und den Zeitgeist genau so wie die politischen Strömungen. Dasselbe gilt für Ganzsachen, die wenn Sie gebraucht sind, über den Text, mit dem sie beschrieben sind, weitere Auskünfte über ihre Zeit geben.

Besonders aber sind Bildpostkarten, denn die Fläche, die zur Verfügung steht ist wesentlich größer als bei den Briefmarken. Die Abbildung und die Abbildungsbeschreibung vermitteln einen Eindruck von der Zeit. Besonders trifft dies für die Karten zu, die in Zeiten politischer Turbulenzen herausgegeben wurden, wie etwa die des Deutschen Reiches.

Der Zeitgeist zeigt sich wie gesagt in den Bildbeschreibungen. Bei den österreichischen Karten warb zum Beispiel in diesem Sinne die Stadt Imst 1951 noch damit "Mittelpunkt für den Autoverkehr" zu sein, während andere schon zwanzig Jahre später betonten "abseits der Hauptstraßen" zu liegen. Auf den Karten wurden noch in den sechziger Jahren Hinweise gegeben, daß in den Orten Hotels "mit Zentralheizung" oder "mit moderner Wasserversorgung" vertreten seien. Es wurde mit "radiumhaltigen Quelle", "radioaktiven Quellen" und "ozonreicher Luft" geworben, was heute die Touristen in Scharen vertreiben würde – egal ob gerechtfertigt oder nicht.

Bei den Karten des Deutschen Reiches sehen wir, daß etwa 200 der dort abgebildeten ca. 750 Orte nicht auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland liegen. Man sieht auf den Karten die Städte der Deutschen Ostgebiete, man sieht nach 1938 die Orte aus annektierten Gebieten dazukommen und man sieht nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich noch die Orte der alten Bundesrepublik, denn die ehemalige DDR hat bis zur Wende nur etwas mehr als eine Handvoll Karten ausgegeben.

Neben den Texten der Abbildungsbeschreibungen sprechen natürlich vor allem die Bilder. Sie zeigen wie es einmal war.

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Die erste deutsche Bildpostkarte, die ein Flugzeug zeigte, erschien in Deutschland im Jahre 1930. Die Entwicklung des Luftverkehrs läßt sich auf den Karten bis zum Erscheinen der Jumbo-Jets verfolgen.

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Die erste deutsche Bildpostkarte, die ein Auto zeigte, erschien in Deutschland im Jahre 1930. Das Auto bestimmte dann schnell den Alltag und wurde später so dominant, daß es auf den Karten große Teile der Bilder einnahm, die eigentlich anderen Dingen gewidmet waren.

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Lok

Betrachtet man die Bedeutung von Eisenbahnen, so findet man auf unter Bildpostkarten sehr wenige, die Lokomotiven zeigen, wenn man von Lokomotivdenkmälern und Museumseisenbahnen absieht.

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Straßenbahnen gehörten lange zum Stadtbild deutscher Städte bis einige in den Siebziger-Jahren beschlossen, Ihre Straßenbahnen aufzugeben. Die Entwicklung der Straßenbahnen kann auf einigen Dutzend Bildpostkarten verfolgt werden.

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Auch die Schwebebahn wird gewürdigt ...

Die Schwebebahn im Abstand von 50 Jahren

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schwebebahn 2

 

und die Liebe zu Dampflokomotiven überwindet Grenzen:

Die Liebe zu Dampflokomotiven, als sie verschwunden waren, gleichmäßig in Deutschland und Österreich
Lok 1 Lok 2

 

Aber auch andere – wie etwa gesellschaftliche – Entwicklungen zeigen sich in den Bildpostkarten.

Kinder und Familein, beim Spielen und am Strand

Kinder

Kinder strand 1
strand 2 Kinder strand 3

 

Das Mädchen- und Frauenbild und die Mode

mädchen

 

badende
mode 1   mode 2

 

Bildpostkarten mit den entsprechenden Motiven bereichern jede thematische Sammlung und jede Heimatsammlung.

Darüber hinaus sind die meisten Bildpostkarten immer noch günstig zu erstehen, besonders die der Bundesrepublik Deutschland. Der Einstieg in das Bildpostkartensammeln ist also einfach.