Österreich

Österreich brachte im Jahre 1927 die ersten Bildpostkarten heraus, die letzten dann 1996. Dazwischen – in der Zeit von 1938 bis 1945 – war es Teil des (Groß-)Deutschen Reiches. Es wurden auch während dieser Periode Bildpostkarten herausge-geben, jedoch unter der Überschrift "Lernt Deutschland kennen".

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Slogan bei den Inlands-Bildpostkarten Österreichs in "LERNT ÖSTERREICH KENNEN!" und bei den Auslandsbildpostkarten in "BESUCHET ÖSTERREICH!" - in zwei, drei oder vier Sprachen geändert. Insgesamt erschienen in Österreich etwa 7.000 verschiedene Bildpostkarten.

Im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz trug in Österreich anfangsdas Wirtschaftsministerium die Mehrkosten für den Druck - das heißt die Mehrkosten im Verhältnis zu den Kosten für gewöhnliche Postkarten. Diese Mehrkosten erstattete das Ministerium der Postverwaltung und nahm sich damit auch das Recht, die auf den Abbbildungen gezeigten Orte und die Abbildungen selbst auszuwählen. Das sorgte für reichlich Aufregung, vor allem bei den nicht berücksichtigten Städten und Gemeinden wie etwa der steiermärkischen Hauptstadt Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs. Auch der Übergang auf die letzte Serie vor dem Anschluß an das Deutsche Reich verlief mit Spannungen. Zum einen wurde die Post von einer Esperanto-Lobby unter Druck gesetzt, diese Karten schnell auszugeben, zum anderen waren die Bildbeschreibungen der Bildpostkarten so fehlerhaft, daß fast alle Karten in einer verbesserten Auflage erschienen. Viele dieser Querelen sind durch Briefwechsel belegt und im Buch wiedergegeben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien zunächst eine Flut von Karten, die alle auf die Ausweitung des Fremdenverkehrs ausgerichtet waren. Neben den Touristen, die viele Karten nach Hause schrieben, landete ein erheblicher Teil auch in den Briefkästen deutscher Frauenzeitschriftverlage - mit Lösungsworten für Gewinnspiele und Preisrätsel. Mit der Zeit entstanden Alternativen zur Postkarte, so daß die Auflagen später nur noch sporadisch erschienen und die Herausgabe der Bildpost-karten 1996 ganz eingestellt wurde.

Das Handbuch behandelt fast 70 Jahre Bildpostkarten. Es zeigt Dokumente und erzählt Geschichte und Geschichten. Es enthält die Bildbeschreibung aller Bildpostkarten Österreichs und erlaubt es, die Karten der ersten Nachkriegsauflagen eindeutig zu identifizieren und sicher einer Auflage zuzuordnen. Das Handbuch berichtet von Fehlern und den kleinen Übertreibungen der Gemeinden, wenn sie sich mit dem Text der Bildbeschreibung ins rechte Licht setzen wollten. Es enthält Tabellen aller Orte, für die Bildpostkarten ausgegeben wurden und Landkarten der heutigen Bundesländer in denen diese Orte eingezeichnet sind. Die Ortsliste erlaubt es, gleiche Bilder zu identifizieren und eine Motivliste unterstützt den Motivsammler bei seiner Sammlung. Die beiliegende DVD enthält die Abbildungen sämtlicher in Österreich je ausgebener Bildpostkarten.

. Medaille

Das Handbuch gewann auch den Lewandowski-Award der UPSS.

Unten finden Sie das Inhaltsverzeichnis sowie Probeseiten zum freien und kostenlosen Download: